Kunstkurse

Das künstlerische Arbeiten zielt auf Prozesse des Erkenntnisgewinns, der Fragehaltung und des Zweifelns als Methode. In der Umwelt- und Umfeldbetrachtung, in der Weltaneignung geht es darum, unkonventionelle, rezeptfreie Ausdrucksformen zu entwickeln, Fremdbestimmung und Klischees abzubauen und die Eigenpositionierung zu erproben.

Aus dem Blickwinkel einer Fliege: Ein Beispiel, das auch andere Schulfächer mit einbezieht. Es geht um erdachte Situationen, Ansichten, Aussichten, Stadt und Naturszenen, Architektur, Biologie, Physik, Erdkunde. Daraus kann ein längeres Projekt entstehen. Meine Stadt z.B. aus der Sicht einer Fliege oder aus der Sicht eines „Fliegenmonsters“. Besonders dem Facettenauge einer Fliege soll nachgespürt werden, das im Grunde aus mehreren Augen besteht. Wie nimmt eine Fliege ihre Umgebung wahr? Ideen skizzieren. Simultandarstellungen, ähnlich des Prinzips des Kubismus z.B. Eiffelturm von Delaunay oder Feiningers Stadtportraits erforschen. Überlagerungen und Verwischungen mit Schablonen und Grafit herstellen. Die Stillebenmalerei mit Insekten und ihre Bedeutung besonders im 17.Jahrhundert zum Ausgangspunkt für den Wandel der gesellschaftlich veränderten Anschauungen heranziehen.

Auf der Suche nach der verborgene Struktur: Verschiedene kurze Einheiten sollen den Schulalltag mit neuen Ideen bereichern. Experimentieren und selbst etwas herstellen, sich wohlfühlen und dieses Gefühl den SchülerInnen vermitteln. Kunstdidaktische Aspekte werden durch Schülerarbeiten konkretisiert, kunsthistorische Beispiele einbezogen. Eine Spur führt schnell zur Struktur und das Verhältnis der Formen zueinander wird zum Bild- Gefüge (Komposition). Wie können fomale Mittel die Wirkung eines Bildes beeinflussen. Eine Liste von Analysekriterien und Ordnungssystemen wird erarbeitet, auch über Bewertung kann diskutiert werden. Ideen der TeilnehmerInnen und Beispiele aus dem Unterricht werden begrüßt.

Blow up, vergrößern, Details aufspüren: Minicollagen (ca. 5x7cm) werden hergestellt, indem Fragmente aus der „Wirklichkeit“ (Wörter aus der Tageszeitung) mit verschiedenen Materialien u.a. Ausdrucksmitteln kombiniert werden. In einem zweiten Schritt werden die so entstandenen Werke selbst unter die „Lupe genommen“, fokussiert und interpretiert. Gegenständliche, naturgetreue Abbildungen vorübergehend in den Hintergrund und das Experimentieren selbst ins Zentrum des Arbeitens zu rücken, bietet eine Chance, Vorurteile gegenüber Unbekanntem, Fremden abzubauen. Das aufmerksam offene Eingehen auf Materialimpulse kann für die Vielfalt sinnlicher Qualität und Wahrnehmungsabenteuer sensibilisieren. Es fördert die Annäherung an zeitgenössische Kunst.

Im Blatt  ist die Stadt (auch fächerübergreifend): Blätter und Städte, Gewohntes unter einem neuen Blickwinkel betrachten, Wahrnehmungseinstellungen verändern und erweitern. Steckt in der scheinbaren Regellosigkeit gewachsener Städte eine verborgene Ordnung, die sich in der Natur wiederfindet? Das Gewirr von Stadtbahnen und Ausfallstraßen erinnert an Verästelungen in der Natur: eines Baumes, bis in das Adergeflecht der Blätter. Grobe Strukturen wiederholen sich im Kleinen. Eine Stadt wird von breiten Chausseen durchzogen, von denen engere Straßen abzweigen und wiederum kleine Nebenwege abgehen. Blätter sind überall. Viele Aspekte kommen in Frage: Sammeln, Strukturen beobachten, in Frottagetechnik abreiben, frei abzeichnen, die richtigen Proportionen durch Raster übertragen. Die Parallelprojektion oder Zentralperspektive erlernen.

Die Blätter zu Stadtlandschaften verwandeln. Aus den Adern Straßen, Flüsse mit Brücken machen; Häuser und Verkehrsmittel wie Straßenbahnen, Autos, Fahrräder oder Schiffe einzeichnen. Die Freiflächen als Gärten, Plätze, Seen oder Parks durch Punkt-, Linien- oder Flächengestaltung kennzeichnen. Grundrisse verschiedener Stadtanlagen vergleichen: z.B. mittelalterlicher Kern, Nördlingen; barocke Planstadt Karlsruhe, Metropole mit rechtwinklig angelegtem Straßensystem, Chicago. Schülerbeispiele und Unterrichtsideen bringe ich mit.

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