Blow Ups

Aufblasen, Kleines größer machen, unter die “Lupe nehmen”, Verborgenes aufspüren.

Gegenständliche Interessen vorübergehend in den Hintergrund und das Experimentieren selbst ins Zentrum des Arbeitens zu rücken, bietet eine Chance, Vorurteile gegenüber Unbekanntem, Fremdem abzubauen. Der uniformalisierte, aber zunächst auch nicht durch besondere inhaltliche Vorgaben eingegrenzte Umgang mit dem Material und das aufmerksam-offene Eingehen auf Materialimpulse können für die Vielfalt sinnlicher Qualität und Wahrnehmungsabenteuer sensibilisieren.
Erst während meines Malprozesses erinnerte ich mich an David Hemmings? Ein Londoner Starfotograf, der melancholisch durch Parks strolchte und beim Fotografieren der Gebüsche scheinbar zufällig einen Mord aufs Bild bannte. Der Film wurde 1967 mit der Goldenen Palme ausgezeichnet und ist von Michelangelo Antonioni. Er heißt “Blow up”, gemeint ist das vielfache Vergrößern der Positive, solange, bis Hemmings Details zu erkennen glaubt. Er wird mit den Möglichkeiten der technischen Reproduzierbarkeit konfrontiert. Rasterpunkte bzw. die Größe des fotografischen Korns lassen ein Erkennen immer weniger zu, je stärker die Abbildung vergrößert wird.
Im Gegensatz dazu ist mein Vergrößern nicht auf ein mechanisch- technisches Kopieren eingeengt. Die Prozesse und Ergebnisse der experimentellen Praxis reflektierend können Einsichten in das Verhältnis von Zufall und Absicht, Improvisation und Steuerung, wirkungsästhetischem Spiel und allgemeiner Verständlichkeit gewonnen werden.
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